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[Züllichau'sches Gesangbuch] : [nebst] Die Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Fest-Tage ... [und] Züllichau'sches Gebet-Buch, in welchem Morgen- und Abendsegen
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Gebet um alles Gute.

10. Auf daß ich meine Sünden erkenne, den Zorn Gottes fühle, vor der Hölle mich fürchte, die Uebertretung bereue, an Jeſum glaube, seines Verdienstes mich tröste, mein Leben bessere und also selig werde.

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11. Rüste mich aus, lieber Gott, mit Allem, was dir wohlgefällt und mache mein Herz allezeit brünstig im Geist, fröhlich in der Hoffnung, willig in der Demuth, heilig in der Andacht, emsig im Gebet, eifrig in der Liebe, fertig im Gehorsam, findlich in der Furcht, und hilf, daß ich stets suche, was droben ist.

12. Pflanze in mein Herz rechte Luft zu deinem Worte, und wenn ich in der Bibel lese, so erleuchte mich, wenn ich zur Kirche gehe, so bereite mich, wenn ich die Predigt höre, so erbaue mich, wenn ich bete, so erhöre mich, wenn ich singe, so erfreue mich, wenn ich beichte, so bessere mich, wenn ich zu deinem heiligen Abendmahl komme, so laß mich einen würdigen Gast sein.

13. Laß mich, o Vater, fein rein in Gedanken, wahr­haftig in Worten, verschwiegen in Reden, treu in der That, schamhaft in Geberden, züchtig in Sitten, mäßig in der Freude, bescheiden im Worte, richtig im Thun, fleißig in Geschäften, verständig in Allem sein.

14. Gib mir eine Seele, die da verstehe, was der Geist Gottes ist, damit ich überall mich selbst erkenne und hernach klüglich handle, vorsichtig wandle, weislich rede, behutsam frage, das Böse von dem Guten unter­scheide, vernünftig in Allem urtheile.

15. Vor allen Dingen, mein Gott, laß die Liebe in mir wachsen und mache mich gerecht, daß ich meinem Nächsten thue, was ich soll, gebe, was ihm gehört, lasſe, was er hat, das gern gönne, was du ihm bescherest.

16. Wende mein Herz zu der Barmherzigkeit und laß meine Hände freigebig sein, daß ich der Verlassenen mich annehme, den Irrenden rathe, die Unwissenden lehre,