Morgen- Lieder.
kommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schooß.
3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Gütersind unsre Gemüther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt.
4. Abend und Morgensind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.
5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen: laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treibferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn.Tun Tin
6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in
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meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus.
7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes dreinbläst. Alles in allen muß brechen und fallen: Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest.
8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, ſein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund.
9. Gott, meine Krone, vergibund schone. Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället: ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand.
10. Willst du mir geben,


