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[Züllichau'sches Gesangbuch] : [nebst] Die Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Fest-Tage ... [und] Züllichau'sches Gebet-Buch, in welchem Morgen- und Abendsegen
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Morgen- Lieder.

kommen, wenn sie mit Frie­den von hinnen geschieden aus dieser Erden vergäng­lichem Schooß.

3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Gütersind unsre Gemüther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt.

4. Abend und Morgensind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzig­keit Schein.

5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sin­nen: laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich er­gehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treibferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn.Tun Tin

6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in

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meines Bruders und Nähe­sten Haus. Geiziges Bren­nen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde das tilge geschwinde von meinem Her­zen und wirf es hinaus.

7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des To­des dreinbläst. Alles in al­len muß brechen und fallen: Himmel und Erden die müs­sen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest.

8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wan­ken; seine Gedanken, ſein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gna­den die nehmen nicht Scha­den, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund.

9. Gott, meine Krone, vergibund schone. Laß meine Schulden in Gnad und Hul­den aus deinen Augen sein ab­gewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället: ich habe gestellet Al­les in deine Beliebung und Hand.

10. Willst du mir geben,