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Lieder vor und bei dem heiligen Abendmahl.
2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Deffn' ihm bald des Geistes Pforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen, laß mich deiner nicht mehr missen.
3. Zwar in Raufung theurer Waaren pflegt man sonst kein Geld zu sparen: aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schaalen und dies Manna kann bezahlen.
4. Ach wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch GOtt mit GOtt vereine.
5. Beides, Lachen und auch Zittern, lässet sich in mir jetzt wittern. Das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, HErr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen?
6. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur GOttes Geist kann deuten!
7. JEsu, meines Lebens Sonne, JEsu, meine Freud und Wonne, JEsu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise.


