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Das Sacrament des wahren Leibes und Blutes Jesu Christi : Beicht- und Communionbuch / von Franz Delitzsch
Entstehung
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Lieder vor und bei dem heiligen Abendmahl.

2. In dir Hand, Mund und Augen finden betrogen sich; bloß durchs Gehör der Ohren glaubt man dir sicherlich. Was Gottes Sohn geredet, das glaub ich festiglich: nichts wahrers ist auf Erden denn was die Wahrheit spricht.

3. Am Kreuz allein die Gottheit wollte verbergen sich, hie aber ist die Menschheit zugleich unsichtbarlich. Doch glaub ich beid von Herzen, bekenns auch mit dem Mund, bitt mit dem frommen Schächer: gnad mir zu dieser Stund.

4. Ich schau nicht an wie Thomas dein heilge Wunden roth, doch glaub ich und bekenn das, du bist mein Herr und Gott. Laß mich in diesem Glauben zunehmen immerdar, mit Hoffnung auf dich trauen, dich lieben ganz und gar.

5. O allerheiligst Seelenspeis, du wahres Himmelsbrot, durch dich wird in der Christenheit verkündigt Christi Tod. Gib daß mein Seel zum Leben gespeiset werd von dir, und deiner Gnaden Süßigkeit ich stets empfind in mir.

6. O du getreuer Pelican*), o mein Herr JEsu gut, nimm mich unreinen Sünder an, wasch mich mit deinem Blut; das ist von solchen Kräften, daß nur ein Tröpflein klein die ganze Welt von Sünden allein kann machen rein.

7. Jetzt schau ich dich verborgen, mein Heiland JEsu Christ: ach wend mein Noth und Sorgen, still meiner Seelen Durst, daß ich dein göttlich Angesicht mög schauen offenbar und mit dir leben ewiglich in deinem Lichte klar.

Aus: Catholisch Cantual, Meint 1605.

*) Vom Pelican ging die Sage, daß er sich im Nothfall die Brust öffne, um die Jungen mit seinem Herzblut zu nähren; er ist deshalb ein altes Sinnbild Chriſti.