Vorwort zur ersten Auflage.
wahrheit, auf welche die Kirche gebaut ist, zur Grundlage haben; neu, insofern sie aus der Mitte der veränderten jetzigen Zeitverhältnisse heraus entstanden sind. Sie sind nicht etwa nur gemacht, um von Andern gebetet zu werden; sie sind vorerst von mir selber gebetet und größtentheils ohne die Absicht der Veröffentlichung meinem eigenen Herzensbedürfniß zufolge niedergeschrieben.
IV
Es ist eine Stimme, wenn auch eine nur lallende Stimme aus dem Chore der betenden Kirche, die hier laut wird, der Kirche, die zu dem Worte des HErrn, ohne zu meistern, ihr Ja und Amen spricht. Fürwahr diese Kirche, von der es besonders jetzt augenscheinlich wird, daß sie eine Rose unter den Dornen ist, bedarf des gemeinschaftlichen Gebetes ihrer Glieder wider die vielen Feinde außen und innen. Gebet und Thränen sind ihre Waffen.
Gebet, brünstiges, unablässiges Gebet ist uns hoch von nöthen, daß wir uns nicht etwa mit einem todten Wissen der heilsamen Lehre begnügen und darauf, wie der Pharisäer auf seine todten Werke, unsere Gerechtigkeit gründen, sondern daß auch die lebendigmachende Kraft des Wortes Gottes in Früchten des Geistes an uns offenbar werde. Denn jedes Wort Gottes ist ein unvergänglicher Same, aus welchem ein ganzer Wunderbaum geiſtlicher Erfahrungen mit früchtebeladenen, bis in den Himmel reichenden Zweigen emporwächst. Wer kann den Reichthum göttlicher Gnadenfülle ausreden, der in den Worten ,, Das ist mein Leib- das ist mein Blut" sich uns auf


