X. Lieder.
141
Der da mit dem Gnadenhammer Klopft an deine Herzenskammer. Deffn' ihm bald des Geistes Pforten, Red' ihn an mit schönen Worten: Komm, o Herr, laß dich umfaſsen, Von dir will ich nimmer lassen!
Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach dieser Rost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine.
Beides Lachen und auch Zittern Lässet sich in mir jetzt wittern Das Geheimniß dieser Speise Und die unerforschte Weise, Machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke! Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht kann ergründen?
Nein Vernunft, die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten.
Jesu, meine Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise Mir zum Heil und dir zum Preiſe.
Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel H'rab getrieben Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns


