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Geschichte vom Leiden, Sterben
ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? Sag' es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben es selber gehört aus seinem Munde.
Dritte Abtheilung.
Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte.
nd der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führten ihn von Caiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe.
Da das sahe Judas, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging bin und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet.
Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen: denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker, zum Begräbniß der Pilger. Und es ist fund worden allen, die zu Jerusalem wohnen; also, daß derselbe Acker genannt wird auf ihre Sprache: Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie fauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfers- Acker, als mir der Herr befohlen hat.
Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, aufdaß sie nicht unrein würden; sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gefeße. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Aufdaß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er jagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.
Da fingen an die Hohenpriester und die Weltesten ihn hart zu verflagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jefum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein


