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Gesang-Buch für die evangelischen Gemeinden im Fürstenthum Hildesheim nebst einem Gebet-Buche zur Kirchen- und Haus-Andacht : [nebst] Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Fest-Tage
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Episteln und Evangelien,

hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Ulebertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er fennet, was für ein Gemächt wir sind; er gedentet daran, daß wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben, wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber gehet, so ist fie nimmer da, und ihre Stätte fennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindes- Kind, bei denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun.- Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut! Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele.

Nachmittags. Psalm 104, v. 1-15 und v. 24-35.

obe den Herrn, meine Seele. Herr, mein Gott, du bist sehr herr­lich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. Du wölbest es oben mit Wasser; du fährest auf den Wolken, wie auf einem Wagen, und gehest auf den Fittigen des Windes; der du machest deine Engel zu Winden, und deine Diener zu Feuerflammen; der du das Erdreich gründest auf seinen Boden, daß es bleibet immer und ewiglich. Mit der Tiefe deckest du es, wie mit einem Kleide, und Wasser stehen über den Bergen. Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donner fahren sie dahin. Die Berge gehen hoch hervor, und die Brei­ten setzen sich herunter, zum Ort, den du ihnen gegründet hast. Du haft eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken. Du läsfest Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen, daß alle Thiere auf dem Felde trinken, und das Wild seinen Durst lösche. An denselben siken die Vögel des Himmels, und singen unter den Zweigen. Du feuchtest die Berge von oben her; du machest das Land voll Früchte, die du schaffest. Du läsfest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nuß den Menschen, daß du Brot aus der Erde bringest; und daß der Wein erfreue des Menschen Herz, und seine Gestalt schön werde vom Del, und das Brot des Menschen Herz stärke. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt es ohne Zahl, beide, große und kleine Thiere. Daselbst gehen die Schiffe; da sind Wallfische, die du gemacht hast, daß sie darinnen scherzen. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebeft zu seiner Zeit. Wenn du ihnen giebst, so sammeln sie; wenn du deine Hand aufthust, so werden sie mit Gut gesättiget. Verbirgst du dein