29
Morgen- Andacht am Sonntage.
bis zur Wurzel dringen, daß Deine Werke bald bei mir ins Leben geh'n. Laß mich mein Antliß nicht im Spiegel so beschauen, wie einer, der vergißt, wie er gestaltet war, ein jedes Wort, das Du mir läsfest anvertrauen, stell' als ein Denkmal mir in meinem Leben dar. Sobald mich Dein Gesetz mit seinem Hammer troffen, sobald sei auch mein Herz zermalmet und zerknirscht, Dein Evangelium steh' mir auch wieder offen, wenn der geängste Geist nach Deinem Worte dürft't. Laß einen Tempel mich in Deinen Tempel bringen; mein Herz Dein Predigtstuhl, die Lippen Dein Altar; der Weihrauch mein Gebet, das Opfer Fleh'n und Singen; Du aber stell' Dich selbst zu meinem Priester dar. So geh' ich in Dein Haus, auf Deine große Güte, und sebze mich getroft zu Deinen Füßen hin, verberge mich allhier in Dein Gezelt und Hütte, daß ich ganz ungestört in Deinem Dienste bin. Ach HErr, wie lieblich sind die Wohnungen zu nennen! Wie freuet sich mein Geift auf Zions Heiligthum; dort seh' ich Licht und Recht auf Deinem Heerde brennen, dort predigt man Dein Heil und Deines Namens Ruhm. So wollst Du nun mein Herz beim Einigen erhalten, daß Deinen Namen ich mit Ernste fürchten mag; ja, lasse Deinen


