Benjamin Schmolkens
Darum ehr' ich Deine Macht, darum rühm' ich Deine Güte, Weiser, starker, treuer GOtt! Dich erhebet mein Gemüthe; Sei gepreist für alles Gute, das mich diese Nacht erfreut, Daß Du auch mein gestrig's Beten mit Erhörung be
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nedeit.
Du hast mir vergnügten Schlaf und ganz sich're Ruh' gegeben,
Du hast mich gefund erweckt, läsfest mich den Tag erleben, Deine liebe Sonne scheinen und die Meinen wiederseh'n. Das ist Alles aus Genaden, HErr, von Dir allein gescheh'n.
Habe Dank, daß Du von mir so viel Böses abgetrieben, Unter Deiner Augen Wacht bin ich unversehrt geblieben, Unter Deiner Hände Schirmen fand ich ungestörte Ruh', Unter Deiner Engel Beistand schloß ich sanft die Augen zu.
Da mich Finsterniß umfingen, mußte mich Dein Licht umfassen,
Deine Huld verließ mich nicht, ob gleich Menschen mich verlassen;
Da ich selbst von mir nichts wußte, war ich dir doch wohl bewußt,
Da ich gleichsam todt gelegen, lebteft Du in meiner Brust.
Mächtig hast Du mich beschützt, daß mich Sünde nicht beflecket,
Daß kein Schrecken, kein Verlust, keine Krankheit mich erwecket,
Gnädig hast Du mich beschirmet, daß des Satans feine List
Und der bösen Menschen Tücke ganz zu Schanden worden ist.
Diese Morgenstunde soll aller Deiner Wohlthat denken,


