Morgengebete.
Stande, in welchen Du uns gesetzt hast, und stärke uns zur Ausübung derselben; mache uns zu gesegneten Werkzeugen deiner Wohlthätigkeit, und laß uns erkennen, daß überall, wo wir etwas Gutes leisten, wir von Dir dazu berufen sind, weil Du allein der Herr und Vater alles Guten bist! Alle Menschen sind deine Kinder, und unter diese Zahl gehören die besonders, die Du unsrer Pflege und Liebe anvertraut hast. Du befiehlst unsrer Sorge unsre Brüder und Schwestern; Liebe muß daher unsre erste Pflicht sein. Verleihe uns Weisheit und Güte, die Zierden deines Thrones, und laß uns Dir durch Wohlthat und Barmherzigkeit ähnlich werden, daß wir so viele unsrer Mitmenschen beglücken, als in unsrer Macht steht! Sende, Unendlicher, die Strahlen deines Lichtes in unsre Herzen und erfülle sie mit Klarheit, zu erkennen, was deinen Augen angenehm ist! Niemals soll sich unsre Seele von der Leidenschaft beherrschen, noch vom Stolze blenden lasfen, nie sich einbilden, daß wir einen Werth in deinen Augen haben, wenn wir nicht in Liebe und in Demuth vor Dir wandeln! Laß uns lebhaft fühlen, was deiner Gnade der Mensch gilt, damit unser Herz nicht in unsern Brüdern oder Schwestern dich beleidige! Schenke Sanftmuth unsern Augen, daß sie sich zum Elende herablassen und den Leidenden gütig ansehen! Mache unser Ohr willig für das Rufen und Flehen des Kranken und taub gegen die Schmeicheleien! Unsre Hände sollen Jeden liebreich empfangen, der Hilfe bei uns sucht; unser Herz und Haus sei dem Unglücklichen offen!
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