80
Am 11. Sonntage nach Trinitatis.
so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern beiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ist es vor deinen Alles wirkt derselbige einige Geist, und Augen verborgen. Denn es wird die theilet einem Jeglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. werden um dich und deine Kinder
mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern laffen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, barinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften: und sprach zu ihnen: Es ftehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie fie ihm thun sollten; denn alles Volt hieng ihm an und hörete ihn.
Epistel, 1. Cor. 12, b. 1.11. Von on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch tund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demfelbigen Geist; einem Andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern
Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit.,
Luc. 18, v. 9-14.
fagte aber zu etlichen, die sich ſelbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zö0ner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechts fertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden.
Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. herinnere euch aber, lieben Bril
der, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vertündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele


