6
Bestimmung des Menschen,
kennen und verehren, in dem,| mehr dereinst, als ich mit was er durch ihn empfand, allen Sinnen genieße, wann dich, o mein Schöpfer, finden, dich empfinden, und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden.
du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen! Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben! Gottes Erben ist dieser Tod Gewinn; die Seele kann nicht sterben!
Joh. Andr. Cramer, 1723-1788.
3. Du bauteft eine Hütte mir, Gedanken da zu sam meln, und da zuerst, mein Gott, von dir und deiner Huld zu stammeln, und immer mehr veredelt, mich in deinem Lob zu üben, und getrieben
von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben.
4. Ach, viele Heiden wuß: ten's nicht, weil sie, verhüllt in Schatten, nicht deiner Wahrheit Sonnenlicht, dein Wort, o Gott, nicht hatten; ich aber weiß es! Welch ein Heil! Mag doch was Staub ist sterben und verderben; mein bess'rer, höh'rer Theil, die Seele, kann nicht sterben.
5. Nicht sterben, ja nicht sterben! Gott, des bessern Lebens Glauben sell keines Läst'rers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben! Ich werde sterben; aber dann wird Gott zu sich mich führen, triumphiren wird meine Seel' und kann im Tode nicht verIferen.
6. Sell nicht verlieren;
Mel. 58. Freu' dich sehr, o meine Seele zc.
6. Schuf mich Gott für Augenblicke? Blos für diesen Traum der Zeit? Nur zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Seligkeit? Ist, was in mir denkt, ein Hauch? Schwindet es wie Dunst und Rauch, wann des Todes letzten Siegen alle Kräfte nun er liegen?
2. Bin ich, wann ich sterben werde, völlig der Verwesung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde; ach, ein bald verwester Staub! O, erreicht ich hier mein Ziel, hätt' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren, lieber wär' ich nicht geboren.
3. Ist dies Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad; sagt, warum mir's Gott gegeben, mir Vernunft


