Die Sechswöchnerin schicket sich 2c. 689
sechs Wochen erhalten, ihre Kraft ihr wieder gegeben, sie gestärket, sie und ihr Kind vor Unglück bewahret, daß sie nun ihren Kirchgang halten kann, so soll ja allerdings ihr Mund voll Rühmens sein, und den allerhöchsten Gott dankbar preisen und loben. Sie soll 1) erwägen, wie schwach und kraftlos sie sich in ihr Bette gelegt, aber auch, wie Gott ihre Kräfte erneuert, daß sie nun gesund und frisch wieder ausgehen kann. 2) Sie soll gedenken, wie andere Sechswöchnerinnen schwere Krankheiten ausgestanden, jagargestorbensind, wenn aber Gott sie davor bewahret, soll sie des Lo= bens und Dankens nicht vergessen. 3) Wenn sie über das auch ihr Kind frisch und gesund siehet, so hat fie Ursache, diese hohen Wohlthaten Gottes demüthigst zu erkennen. 4) Ihr Kirchgang foll geschehen mit Andacht, einem dankbaren Herzen und lobenden Munde. 5) Sodann soll sie ihr Gebet, Fürbitte und Danksagung verrichten, Gott loben, sich und ihr Kind Gott befehlen, den Segen empfangen und hernach all der empfangenen Güte Gottes eingedenk bleiben.
Sebet.
Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohlthaten, die er an mir gethan hat? ja, der Herr hat Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich. O du gnädiger und starfer Gott! ich will nun meinen Aus- und Kirchgang halten, dir in deinem Tempel zu danken für deine gnädige Hilfe und starken Beistand, den du mir haft erwiesen. Herr Gott! du hast mich glücklich
Anhang.
44


