Borrede.
7
Und weil man zu diesen Zeiten so viel von Kriegsgefahr, ansteckender Seuche und Theurung, mit denen Gott die Länder heimsucht, vernimmt, so hat der Herr Verleger dafür gehalten, es sei wohlgethan, wenn man andächtigen Seelen in solchen Jammer- Stunden Anleitung gebe, die Noth des Nächsten und ihre eigene Noth in Bitte, Gebet und Fürbitte vorzutragen. Und da uns der getreue Gott in unserem deutschen Vaterlande den edlen Frieden geschenkt hat, so habe ich auch zu diesen Freuden- Festen eine Andacht hinzufügen wollen.
Eben um dieser Ursache willen ist diese Auflage auch mit Fest- Andachten vermehrt worden, damit in solchen Tagen der müde Geist in Gott erfreut, irdisch gesinnte Menschen aber erinnert werden mögen, wie Festtage keine Spazier-, Lauf-, Sauf-, Spiel- und Tanztage, sondern Bet, Lob und Danktage sein sollen. Es scheint, die bösen Gewohnheiten bleiben ein sündliches Erbgut, welches eine Zeit der andern überliefert, so daß man mit Nicolaus von Clemangis noch dieselbe Klage führen muß, daß an teinem Tage mehr Sünden getrieben werden, als an Sonn- und Festtagen.
Du aber, o dreieiniger Gott! wirte in allen Betenden eine herzliche und inbrünstige Andacht. Lasse die Gesunden in den Tagen, in denen du sie mit Wohlergehen begnadigt, in deiner Erkenntniß mit Liebe zunehmen und sich Schäße sammeln, damit sie sich in Noth und Tod aufrichten können. Erfreue die Betrübten in ihren Jammer- Stunden; versichere fie deiner Allmacht, Weisheit und Treue. Ueberzeuge die Kranken von deiner ewigen Liebe und lasse die Sterbenden


