Vorrede.
Hiemit lege ich dem Leser mein tägliches Hand- Buch zum zwanzigsten Male dar. Zwar scheinen die gegenwär tigen Zeiten den Gebet- Büchern gar nicht geneigt zu sein, indem ein Theil der Leute bei dem Aufstehen eher an seine Geschäfte, als an das Gebet denkt, vor dem Schlafengehen aber die schlummernden Augenlider nicht mehr zum Gebetbuch gebrauchen kann. Wenn nun solche Seelen so geschickt wären, ohne Hülfe eines Buchs aus ihrem Herzen ein Gebet abzulegen, und ihr Verlangen Gott vorzutragen, so können sie dieses Mittel zur Erweckung ihrer Andacht entbehren. Weil sie aber auch dazu nicht tüchtig sind, so merkt man mit Erstaunen, daß solche arme Seelen nicht allein schläfrig im Christenthum, irdisch gesinnt und ungeschickt zu allem Guten werden, sondern, weil sie sich nicht durch's Gebet Gott heiligen und übergeben, so kann sie ein jeder Wind bewegen, ein jeder Sünder und jede Sünderin zu Eitelkeiten und fündlichen Gewohnheiten verführen. Wie nun solchen in die Welt verflochtenen Leuten eine


