Andachten für Kindbetterinnen.
herab kommen, von dem Vater des Lichts. Es soll demnach 1) eine fromme Mutter ihr neugebornes Kind Gott demüthig vortragen, daß er es zur heiligen Taufe gelangen lassen, und in derselben es in seine Arme als sein Kind, und zu seiner Pflege, Fürsorge, Liebe und Gnade aufnehmen wolle. 2) Läßt es Gott an Jahren zunehmen, so muß es in das Abend- und Morgengebet, ja, auch in die täglichen Seufzer eingeschlossen werden, daß Gott es mit seinem heiligen Geist regieren, ihm ein frommes Herz verleihen, gute Gesundheit, Wachsthum und Gedeihen geben, seine geraden Glieder erhalten und es vor Unglück und Schaden bewahren wolle. 3) Das Gebet und die Sorgen frommer Eltern nehmen mit den Jahren zu, dafür, daß ihre Kinder in der christlichen Lehre unterrichtet, gegründet und zu der Erkenntniß Jesu Christi gebracht werden mögen, welchen Schatz ihren Kindern mitzutheilen, sie weder Kosten und Mühe, noch Fleiß sparen sollen. 4) Gehen sie in die Fremde, oder kommen unter die Weltfinder in den heranwachsenden Jahren, so nehmen die Sorgen der Eltern zu, aber es muß auch desto eifriger gebetet werden; da machen es fromme Eltern wie Hiob, welcher alle Abend ein Opfer für seine Kinder brachte, um Gott anzurufen, er wolle seinen Kindern gnädig seyn, und ihnen ihre Sünden vergeben. Es rufen fromme Eltern Gott an, er wolle ihre Kinder vor Verführung bewahren, er wolle sie in keine schwere Sünde und Schande fallen lassen, er wolle sie durch seinen guten Geist auf ebener Bahn leiten, und es ihnen lassen zeitlich und ewig wohl ergehen. 5) Sie haben auch das Vertrauen zu Gott, wenn sie an guter Zucht, Ermahnung in dem HErrn, vernünftiger Erziehung nichts haben ermangeln lassen, daß er ihr Gebet auch erhören, und so ja die Kinder eine Zeit lang irre gehen sollten, daß er sie nach seiner Weisheit wieder herum zu holen wissen werde. 6) Wobei sie dann das Kinderkreuz, das ihnen Gott nach seinem wunderbaren Rath auflegt, mit Geduld und Vertrauen auf Gott ertragen sollen, bis er auch dasselbe lindern, oder nach seiner Barmherzigkeit wieder wegnehmen wird.
Gebet,
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wenn das Kind zur heiligen Taufe gelangt.
O du gnädiger und liebreicher Gott! der du der rechte Vater über Alles bist, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden; siehe, ich komme zu dir in wahrer Demuth meines Herzens, und trage dir mein neugebornes Kind vor. Ach, barmherziger Gott! nimm doch den von dir geschenkten Segen durch die heilige Taufe zu deinem Kinde an, ach! laß es dein Kind seyn, beschirme und erhalte


