Abendgebet.
Die Kindbetterin verrichtet ihr Abendgebet. Aufmunterung.
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Wenn dort die zween Jünger Jesum den Tag über bei sich gehabt hatten, so wollten sie ihn auch nicht am Abend von sich lassen, sondern sprachen: Bleibe bei uns, HErr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget, Luk. 24. Also soll auch eine Kindbetterin mit Gebet den Tag anfangen und beschließen, und besonders die Gnadengegenwart ihres Gottes sich zum Schutz in der bevorstehenden Nacht erbitten. Daher 1) soll sie Gott danken, daß er den Tag über sie vor Schmerzen und Zufällen, und ihr Kind vor Unruhe bewahrt hat. 2) Sollte aber Gott nach seinem Rath noch einiges Leiden zugeschickt haben, so soll sie Gott preisen, daß fie unter seinem Beistand dasselbe hat ertragen können, und er fie den Abend hat erleben lassen. 3) Hierauf soll sie sich und ihr Kind dem Schutz des dreieinigen Gottes für die bevorstehende Nacht empfehlen. Gewiß sind alle Unglücksfälle uns Menschen gefährlich und betrübt, und verursachen Schrecken, wie viel mehr einer Kindbetterin, welche unvermögend ist, einer Gefahr zu entlaufen, und zu schwach ist, vielerlei Leiden zu bestehen. 4) Sie soll sodann nach dem Gebet, ohne sich selbst Sorge, Angst, Furcht und Schrecken und eine schlimme Nacht zu machen, in den Armen und im Schooß ihres lieben Gottes einschlafen, und auch bei dem Aufwachen an Gott gedenken, sich in ihm erfreuen, und sich ihm ergeben.
Gebet.
HErr, allmächtiger Gott! wie soll ich dir genug für deine Liebe und Treue danken, die du mir diesen Tag erwiesen hast? Ich habe auch diesen Tag unter deinem Schutz glücklich hingebracht; ich habe den Abend fröhlich erlebt; die Schmerzen und Beschwerden meines Standes hast du mir tragen und überwinden helfen; du hast mich beschützt und bewahrt; du bist mein und meines Kindes gnädiger, Vater, Schutzgott und Beistand gewesen. HErr! da ich zu dir schrie, machtest du mich gesund. Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast meinen Sack ausgezogen und mich mit Freuden gegürtet, auf daß dir lobsinge meine Ehre, und nicht stille werde. HErr, mein Gott! ich will dir danken in Ewigkeit. Hast du aber nach deiner Barmherzigkeit den Tag über mich mit deinen Gnadenflügeln bedeckt, ach! so breite auch deine Güte in dieser Nacht über mich aus; behüte mich, mein Haus und alle die Meinigen vor Unglück, Gefahr und Schaden. Verzeihe mir


