Morgenandacht am Sonntag.
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zu besuchen. Mein Gott! es soll heute meine Lust feyn, dein Wort zu hören, in dir mich zu erbauen, dir zur Ehre Lob- und Danklieder anzustimmen, eifrig zu beten und mein Herz dir zu schenken. Wie lieblich find deine Wohnungen, HErr Zebaoth! Meine Seele freuet sich in dem lebendigen Gott; lasse mich aber kein vergeßlicher Hörer seyn, sondern ein Thäter des Worts werden. Deffne mir das Herz wie der Cydia, damit ich den Samen des Worts mit Freuden aufnehme, schließe sodann mein Herz zu, damit mir ihn Satan nicht wieder raube. Laffe mich heute in meinem Christenthum, in der Erkenntniß Jesu Christi, im Glauben, in der Liebe, in der Verläugnung meiner selbst, im Absterben der Welt einen festen Grund legen, damit ich die künftige ganze Woche daran gedenke, es ausübe und gute Früchte bringe. Bewahre mich vor Verführungen, wenn der Satan seine Wertzeuge an mich schickt, damit ich meine dir geheiligten Stunden der Welt nicht überlasse, oder ihrer sündlichen Gesellschaft die Zeit, die ich dir zur Ehre hinbringen soll, aufopfere, und eben damit einen schweren Fluch auf mich lade, welcher mich die ganze Woche noch drücken könnte. Ach! laffe meinen öffentlichen und häuslichen Gottesdienst, mein Beten, Hören, Lesen und Singen dir gefallen. Sei du selbst, o Jesu! mein Lehrer, damit ich an dem inwendigen Menschen zunehme, damit ich droben mit dir unzertrennlich vereinigt werde.
Heil'ger Geist, du Himmelslehrer, Mächt'ger Tröster und Bekehrer, Ach! laß meines Herzens Schrein Ewig deine Wohnung seyn.
Gesang.
Mel.: Wach' auf, mein Herz! und finge se.
1. Die Nacht ist nun vergangen, Mit Singen und mit Beten Drum will ich gleich anfangen, Vor Gottes Thron zu treten.


