Erster Theil. Für Gesunde.
nachschlagen, und darüber eine Betrachtung anstellen, und sich so zu andächtiger Anhörung des göttlichen Wortes vorbereiten. Er foll 4) in Zeiten sich mit solchen guten Gedanken zur Ruhe legen, damit er am Sonntage desto früher und erweckter bei dem Gottesdienste erscheinen möge.
2
Gebet.
Gnädiger und barmherziger Gott! ich komme an diesem Tage vor dein heiliges Angesicht mit Loben und Danken dafür, daß du mich die vergangenen sechs Tage hindurch so gnädig erhalten und die Arbeit meiner Hände so reichlich gesegnet haft. Du haft meinen Einund Ausgang bewahrt, auf meinen Wegen mich behütet, und mir an Leib und Seele viel Gutes erwiesen; dafür lobe und preise ich dich von Grund meines Herzens. Gehet nun weg, ihr irdischen Geschäfte! weicht von mir, ihr Sorgen! Jetzt baue ich Gott in meinem Herzen einen Tempel auf! es soll ein Bethaus werden, in welchem ich meinem Gott allein dienen will. Ich vergesse, was dahinten ist; ich lege meine Arbeitslasten und Handtirung nieder, und richte meinen Sinn allein zum Himmel, zu Gott empor, um mich in Ihm zu erfreuen. Oder unaussprechlichen Liebe des großen Gottes, welcher den Menschen einen Ruhetag von aller ihrer Arbeit bestimmt hat! Diese Ruhe ist ein Andenken der Ruhe im Paradiese, wo wir ohne mühsame Arbeit allezeit Gott zu dienen und zu loben beschäftigt gewesen wären. Diese Ruhe ist ein Bild der künftigen Himmelsruhe; denn es ist den Kindern Gottes noch eine vollkommene Ruhe vorhanden und verheißen, welche in dem ewigen Leben anfangen wird; da werden sie von aller Arbeit, von Leiden und Schmerzen und von Sünden befreit seyn. Ach, gnädiger Gott! lasse mich den bevorstehenden Sonntag in deiner Furcht und in deiner Gnade hinbringen. Bewahre mich vor böfen Gesellschaften, damit nicht etwa der Satan durch feine Werkzeuge mich von dem Gottesdienste abhalten


