Vorwort zur vierten Auflage.
Da dieses vorliegende Büchlein nun zum vierten Mal an's Licht tritt, dürfte es kaum nötig sein, etwas zu seiner Verteidigung oder Empfehlung zu sagen. Aber ich möchte diese Gelegenheit benützen, meine Freude darüber kund zu geben, daß die Reform des evangelischen Gemeindegesanges, an der ich seit mehr als 30 Jahren mitgearbeitet habe und zu welcher auch dies Choralbuch beitragen sollte, trotz entgegenstehender Bestrebungen doch immer mehr sich Bahn bricht, daß allmählich in Folge gründlicherer historischer Kenntnis der bis vor Kurzem allgemein verbreitete Irrtum schwindet, die evangelischen Gemeinden hätten ihre Lieder nie anders als in gleich langen Noten gesungen und daß durch die in Bayern gemachten Erfahrungen auch die falsche Meinung widerlegt ist, die evangelischen Gemeinden könnten ihre Lieder nicht anders als in dem durch den Verfall der Kirchenmusik herbeigeführten monotonen Rhythmus singen. Ferner habe ich zu bemerken, daß in dieser Auflage noch einige Melodien beigefügt worden sind. Es wird nun das Buch für die Hausandacht, für die Feier der kirchlichen Feste und für Begräbnisse eine erwünschte Auswahl von Liedern bieten und so dem praktischen Bedürfnis noch vollständiger genügen als bisher. Endlich bemerke ich noch, daß statt der bisherigen Einteilung nach Verszeilen in dieser Auflage die Takteinteilung angewendet ist. Damit wird dem Dirigenten und dem Sänger das Taktieren erleichtert und vielleicht wird dadurch auch der weitverbreiteten verkehrten Praxis Abbruch gethan, nach welcher man nicht die Melodie,


