II. Weihnachten.
7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jejulein.
8. Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich
immer danken dir?
9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß?
10. Und wär die Welt vielmal so weit von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu Klein, zu sein ein enges Wiegelein.
25
11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du Kön'g so groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich.
12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut.
13. Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein.
14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr.
Dr. M. Luther
ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi 1535.
28.
Mel.: Vom Himmel hoch da komm ich her. Dom Himmel kam der Engel
Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n! Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart.
2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland iſt.


