KREUZER SE.
VI.
Aus tiefer Not schrei ich zu Dir.
Pfalm 130.( Das umgearbeitete Lied.)
Aus tiefer Not schrei ich zu Dir,
HErr Gott! erhör mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr' zu mir, Und meiner Bitt' sie öffne. Denn so Du willt das sehen an, Was Sünd' und Unrecht ist gethan, Wer kann, HErr, vor Dir bleiben?
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Bei Dir gilt nichts denn Gnad u. Gunst, Die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem besten Leben.
Vor Dir niemand sich rühmen kann; Deß muß Dich fürchten jedermann Und Deiner Gnade leben.
Darum auf Gott will hoffen ich,
Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf Ihn mein Herz soll lassen sich, Und Seiner Güte trauen,
Die mir zusagt Sein wertes Wort, Dies ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren.
And ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre.
Ob bei uns ist der Sünden viel: Bei Gott ist viel mehr Gnaden. Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen.
1524.


