Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-luth. Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Sonntag und öffentlicher Gottesdienst.

9.

Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich 2c.

Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein.

2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, was mein Herz erfreut, dein Wort giebt Troft und Seligkeit.

3. Ghr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Johann Olearius. 1684.

10.

Mel. 164: Balet will ich dir geben.

Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker.+ 1592.

des Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt.

4. Laß mich heut und allezeit: Hei­lig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flit­

geln schwingen. Gieb mir einen Vor­schmack ein, wie es mag im Himmel sein.

5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir, führe meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, heilge Liebesflamme du.

6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn.

11.

Mel. 114: Meinen Jesum laß zc.

Licht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Morgenlichte, Gnaden­sonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbath fröhlich sei.

2. Brunnquell aller Süßigkeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu grüßen, streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein.

7. Du bist mehr denn Salomon: laß mich deine Weisheit hören, ich will deinen Gnadenthron mit ge beugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonn­tag macht.

Benjamin Schmold.+ 1737.

3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß fein Irrtum mich betrüget, und kein frem­

12.

Eigene Melodie. 104. Apostelgesch. 10, 33.

Liebster Jesu, wir sind hier, dich

Lenke

und dein Wort anzuhören. Sinnen und Begier auf die füßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden.

2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten.

3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Her­zen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen.

Tobias Clausniper. 1684.