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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen / hrsg. von dem ev.-luth. Landeskonsistorium im Jahre 1883
Entstehung
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Daß geistliche Lieder singen gut und Gott angenehm sei, acht ich, sei keinem Christen verborgen, dieweil jeder­,, mann nicht allein das Erempel der Propheten und Könige ,, im alten Testament( die mit Singen und Klingen, mit ,, Dichten und allerlei Saitenspiel Gott gelobt haben), sondern ,, auch solcher Brauch, sonderlich mit Psalmen, gemeiner Christen­,, heit von Anfang kund ist. Ja auch St. Paulus solches ,, 1. Kor. 14. einsetzt und zu den Koloffern gebeut, von Herzen ,, dem Herrn singen geistliche Lieder und Psalmen, auf daß ,, dadurch Gottes Wort und christliche Lehre auf allerlei Weis ,, getrieben und geübt werde. Demnach hab ich auch, samt ,, etlichen anderen, zum guten Anfang und Ursach zu geben ,, denen, die es beffer vermögen, etliche geistliche Lieder zu­,, sammengebracht, das heilige Evangelium, so jetzt durch Gottes Gnaden wieder aufgegangen ist, zu treiben und in Schwang zu bringen, daß wir uns auch möchten rühmen, wie Moses ,, in seinem Gesang thut, 2. B. Mos. 15., daß Christus unser ,, Lob und Gesang sei und wir nichts wissen sollen zu singen ,, noch zu sagen, denn Jesum Christum, unsern Heiland, wie ,, Paulus sagt 1. Kor. 2."

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So hebt Dr. Martin Luther an in der Vorrede zu dem ersten, im Jahre 1524 von ihm herausgegebenen ,, Geist­lichen Gesangbüchlein", welches nur wenige Lieder, darunter fünf von ihm selbst verfaßte, enthielt. Der gute Anfang hat einen guten Fortgang gehabt, wie die schon im Zeitalter der Reformation und seitdem erfolgte Vermehrung des evange­lischen Liederschatzes, dieses köstlichen Kleinods unserer Kirche, durch zahlreiche und treffliche Gesänge gottbegnadigter Dichter, bis herab auf unsere Tage, und die große Menge verschie­dener Gesangbücher im deutschen evangelischen Volke mit ihrer oft übergroßen Liederzahl beweist. Aber auch die Besorgnis hat sich im Laufe der Zeit als eine nur allzuwohl begrün­dete erwiesen, welche Luther schon im Jahre 1529 aussprach: ,, Weil ich sehe, daß des täglichen Zuthuns ohn allen Unter­schied, wie einem jeglichen gut dünkt, will keine Maße werden, über das, daß auch die ersten unsrer Lieder je länger je fälscher gedruckt werden, hab ich Sorge, es werde diesem Büchlein die Läng gehen, wie es allezeit guten Büchern gegangen ist, daß sie durch ungeschickter Köpfe Zusetzen so gar überschüttet und verwüstet sind, daß man das Gute

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