Advent.
willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, kommst uns Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen.
3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, kommt das Leben. O, was kannst du Größres geben!
4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, und dir und unfrem Nächsten treu, aufrichtig, ohne Heuchelei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen.
5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Teil durch deinen Geist erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen; bis wir zu dir mit den Frommen ewig
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kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben.
6. Diterich, † 1797.
Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet 2c. ( Wie groß ist des Allmächtgen Güte.)
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as wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Ängsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge fund?
2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus?
3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die
bodenlose Finsternis! Durch ihn erhalt ich tausend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind.


