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Geistreiche Gebete.
mich aus den Pforten des Todes erlöset und ausgeführet hast. Denn ich war mit Stricken des Todes umfangen und mit Leibesschmerzen über die Maße beschweret, also, daß ich mich des Lebens ganz begab. O, wie oft gedachte ich bei mir selbst: Nun ist meine Zeit dahin und hilft nichts dafür, nun muß ich diese Welt gesegnen. Nun werde ich nicht mehr die Menschen schauen, nun werde ich nicht mehr sein bei denen, die ihre Zeit leben. Des Morgens sagte ich: Ach, daß ich nur den Abend erleben möchte! Des Abends flehte ich: Ach, daß ich nur den Morgen erleben möchte! Denn du machtest mich dürre und zerbrachst mir alle meine Gebeine. Aber da ich zu dir schrie und deinen Namen herzlich anrief, hast du meine Stimme und mein Flehn erhöret und deine Ohren zu mir geneiget. Du hast mich wieder lebendig gemacht und aus der Erde geholet; du hast meine Seele aus dem Tod gerissen und im Leben erhalten! Herr, deine Güte ists, daß es nicht gar mit mir aus ist, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Darum will ich mein lebelang dich anrufen und mein Vertrauen nicht auf mich selbst, noch auf die Welt, sondern auf dich allein stellen. Denn du bist der Herr, der die Toten auferwecket und lebendig machet, und rufest dem, das nichts ist, daß es sei. Dir allein habe ich es zu danken, daß ich von diesem tötlichen Lager mich wieder aufgerichtet, bin auch der gewissen Hoffnung, daß du mich hinfort erlösen und mein Leben, so lange es dir gefällt, fristen, und dann nach vollendetem zeitlichem Lauf mich in dein himmlisches Reich einnehmen werdest, woselbst Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Nechten ist ewiglich. Amen.
Gebet in Sterbensnot.
Herr Jesu Christe! Siehe, es ist nunmehr das Stündlein herbei kommen, daß ich von hinnen scheiden soll; ach verlaß mich nicht, daß ich auch dich nicht verlasse. Sei du mein Beistand, Schuß und Erlöser. Wenn meine Augen im Tode finster werden, so laß dein Licht und Leben in mein verschmachtetes Herze fallen; greif nach meiner armen Seele, und drücke mich an dein liebreiches Herze; erscheine mir ja in feiner andern Gestalt, als wie du mit deinem Blute am Kreuze für alle meine Sünden vollkömmlich gebüßet und bezahlet hast. Zeige dich meinem Herzen, wie du deine heilige Arme am Kreuz ausgespannet hast. Zich mich zu dir hinauf gen Himmel, daß ich bei dir ewiglich bleibe und mich in Deiner Liebe ergöße immer und ewiglich. Amen.


