Geistreiche Gebete.
Gebet um den lieben Sonnenschein.
Herr Jesu, wenn wir nur unsere Sünde beweinten, dürfte der Himmel nicht weinen. Weil wir aber in unsern Herzen verhärtet sind, fuchest du uns billig mit diesem feuchten und schädlichen Wetter heim. Aber erbarme Dich der lieben Armut und der lieben Kinderlein, und laß sie unsere Sünde nicht entgelten. Herr, vers stopfe die Fenster des Himmels, vertreibe die Wolken und laß uns die liebe Sonne wieder scheinen. Unsere Hoffnung und Hilfe, unser Trost und Zuflucht ist und bleibet in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen.
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Danksagung nach erlangtem warmen Sonnenschein.
Herr, allmächtiger Gott, wir waren in großer Sorge und Not wegen der langwierigen Nässe. Denn der Himmel war verhüllet und die Sonne mit Wolken überzogen. Nun läsfest du die Sonne wieder scheinen, und nach dem Weinen überschüttest du uns mit Freuden, indem das Land seine Gewächse giebt, daß wir eine gute, fruchtbare Ernte zu gewärtigen haben. Dafür danken wir deiner Güte, die reichet, so weit der Himmel ist und als die Wolken gehen. Gelobet seist du, Gott und Herr, o Gott Jsraels, der du allein Wunder thust, und gelobet sei dein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande müssen deiner Ehre voll werden. Hilf, du frommer Gott, daß wir uns als gehorsame Kinder gegen dich erzeigen, alle Sünde meiden, vor dir wandeln und fromm seien, deinen Bund halten und an deine Gebote gedenken, daß wir danach thun und mit Freudigkeit und Zuversicht zu dir treten, Barmherzigkeit und Gnade finden, so oft uns Hilfe von nöten sein wird, und wenn einst die Sonne vergehet, auch Himmel und Erde, da teine Nacht sein wird, und wir ihrer auch nicht bedürfen werden: so laß uns, famt allen Gerechten, leuchten wie die Sonne in deines Vaters Reich immer und ewiglich. Amen.
Gebet um zeitliche Nahrung.
Herr Gott, himmlischer Bater, der du bist mein Leben. Mein Leib und Seele, mein Hab und Gut und alles, was da mein ist, das hast du mir gegeben, von dir hab ichs empfangen; richte und ordne du, o lieber Gott, alles in meinem Hauswesen, Stande, Thun und Leben nach deinem göttlichen Willen, dir zu Lob, mir, den Meinigen und jedermann zu Nuß. Segne alles, was ich habe, mache fruchtbar und reich alles, was zur leiblichen Notdurft ge= höret und wodurch ich meinen Unterhalt haben soll; denn, wenn du giebest, so sammeln wir, und wenn du deine Hand aufthust, fo wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Amen.


