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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi; Sonn-, fest- und feiertägliche Evangelien und Episteln; Gebete
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Gebet vor der Beichte.

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Gebet vor der Beichte.

Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich's meine. Siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Vor dir, o Allwissender, liegen alle meine Gedanken, alle Regungen meines Herzens, alle meine Worte und Werke bloß und entdeckt. Dein Auge schauet in das Innerste meiner Seele. D mein Gott, gieb mir bas Verderben meiner Seele recht lebhaft zu erkennen, damit ich dich als meinen Arzt suche, der allein die Wunden des Gewissens zu heilen ver­mag. Groß und zahllos sind die Wohlthaten, die ich von dir empfangen habe und noch täglich empfange. Aber ach, so oft bin ich gegen die rühs renden Beweise deiner Huld und Gnade gleichgültig geblieben, so oft habe ich die Gefühle des Dantes gegen dich in meinem Innern erstickt, so oft bin ich dir, meinem größten Wohlthäter, durch Ungehorsam gegen deine heiligen Gebote, durch sündliche Gedanken, Worte und Werke miß­fällig geworden.

Ich bin erlöst und mit dem Blut deines Sohnes erfauft. Aber ach, ich habe es bisher nicht ernstlich bedacht, daß Jesus Christus mich bis zum Tode geliebt und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich habe die Größe seiner Liebe und den hohen Zwed seines heiligen Leidens und Sterbens nicht tief genug beherzigt. Ich habe mich meinem Heiland nicht zu seinem Eigentum hingegeben, nicht ihm, der für mich am Kreuze ge­storben ist, sondern mir selbst, meinen Lüften und Begierden gelebt; ich habe nicht ihn, der für mich geduldet und geblutet hat, sondern die Welt und das, was in der Welt ist, geliebt.

Dein Geist, o Gott, hat mir bisher auf dem schlüpfrigen Wege so oft die Hand geboten, um mich zum Himmel zu leiten. So oft hat er mein Herz ergriffen, so manche gute Rührung in meinem Innern erweckt, mich so oft auf mein ewiges Heil aufmerksam zu machen gesucht. Aber ach, ich habe die Hand dieses göttlichen Führers zurückgestoßen, ich habe das Werk seiner göttlichen Gnade in mir vereitelt, ich habe die guten Eindrücke, die er in mir weckte, durch Leichtsinn und Eitelkeit geschwächt und erstickt, ich habe seine Warnungen und Drohungen, seine Verheißungen und Ermunterungen verachtet. Ich habe mutwillig widerstrebt dem guten Geiste, der mich Gott und meinem Erlöser heiligen und auf die Ewigkeit vorbereiten wollte.

Ich habe das große Gebot meines Heilandes: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! oft und viel durch Gesinnungen, Reden und Thaten über­treten. Ich habe die unseligen Triebe des Stolzes, der Selbstsucht, des Neides, des Zornes und der Rachsucht in mir genährt. Ich war so oft nur auf das Meine, nicht auf das, was bes andern ist, bedacht. Ich war sogar gegen die Not und das Elend meiner Mitmenschen oft gleich­gültig und unempfindlich. Ich habe durch Ärgernisse und durch böses Beispiel, durch leichtsinnige, sündliche Worte und Handlungen Unsegen und Unheil gestiftet und mich an dem Gewissen und Herzen meiner Brü­der und Schwestern verfündigt.

COOTGO