Druckschrift 
Auserlesenes Beicht- und Communionbuch für gläubige Christen mit einer Vorrede und Unterricht vom rechten Gebrauch des heiligen Abendmahls / von Johann Georg Rosenmüller. Aufs neue übersehen von Gotthold Emanuel Friedrich Seidel, Diakon an der Stadtpfarrkirche zu St. Aegydien. Nebst einigen neuen Bus-, Beicht- und Abendmahlsliedern, in Beziehung auf die vorhergehenden Gebete und besondern Andachten zur Privat- und Kranken-Communion
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Communionlieber.

2. Ich empfind es izt aufs neue, was ich dir, Herr schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; weisest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröftung zu erwerben.

3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freyer Zutritt und die Kraft auf der Tugend fel'gem Pfade fest eins her zu gehn verschaft; und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme, und mich deiner niemals scháme.

4. Sollt ich, Jefu, denn vergebens diefe deine Huld empfahn? nicht zur Beß'rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Günden scheun, und dich durch ein dir gehei ligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben.

5. Diesen Vorfaz, den ich habe, thatig dankbar dir zu seyn, prag ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gieb mir Kraft, ihn zu vollziehn, lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwa­chen, was mich reizt, ihn gar zu brechen.

6. laß mich über alles scházen dein mir theur erworb nes Heil, und nie aus den Augen sezen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Ge­horfam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer beffer fucht zu werden.

7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immer fort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird ja mein Glaube schwach: o fo hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde. So erquife mid; dein Friede.

8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Freu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nicht verlast. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten.