Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Königl. Bayerischen Hofprediger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürstbischöfl. Ordinariats zu Wien, d. Fürstbischöfl. Seckauer Ordinariats zu Grätz usw. [d. bayer. Bistümer]
Entstehung
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für die Verstorbenen. Z

Gebeth am Grabe unserer Aeltern, Freunde oder Wohlthäter.

Vater! ohne dessen Willen kein Haar von unserm Haupte fällt! Hier an diesem Grabeshügel, der die sterblichen Ueberreste eines Edlen deckt, der meinem Herzen theuer war, erhebe ich Ulug' und Hände zu Dir, und suche, was nur Du mir geben kannst- Trost bey deinem Vaterherzen! Du kennest die tiefe Wunde welche dieser herbe Verlust meinem Herzen geschlagen hat. Vor Dir fließen meine Thränen vor Dir wird mein Jammer laut; denn Du bist die Liebe, und willst, daß wir alle unsere Sorgen und Leiden in deinen Vaterschooß ausschüt ten sollen.

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O mein Vater! Ich traure tief, aber ich murre nicht! Nein- bey dem Andenken meines zagenden und bis in den Tod betrübten Erlöser am Dehlberge sey es Dir angelobt- nein, ich murre nicht! Du bist ja der allmäch. tige Herr über Leben und Tod der Sterblichen! und wer darf zu Dir sprechen: Warum hast Du das gethan? Du bist ja die weiseste Liebe, die Alles wohl machet, die auch durch Leiden segnet. Wie könnte ich also gegen deine Anordnung murren, o mein Gott!-

Dein heiliger Wille sey gepriesen und angebethet! Duo Gott alles Trostes, Du Vater der Erbarmung, wirst Balsam in das verwundete Herz gießen; Du wirst meine Thränen trocknen, und meine Trauer einmahl in Freude verwandeln.

So rufe denn- o mein armes, gebeugtes Herz! mit starkem Muthe und gläubigem Vertrauen zu deinem Gott: Du, o Herr! hast es gegeben, Du hast es genommen, Du fannst- ja, Du wirst es wieder geben! gelobt sey dein Nahme, in Ewigkeit!

Du hast meinen( Vater, Wohlthäter, Freund 2c.) zu Dir genommen! Du hast ihn auf eine kurze Zeit von mir getrennt, um mich einst ewig mit ihm wieder zu vereinigen! Du hast durch diese schmerzliche Trennung auf ein Neues meine Sehnsucht nach der himmlischen Heimath mächtig erweckt;-haft mein Herz vom Vergänglichen abgezogen, und auf das Ewige hingerichtet! O gib mir deine Gnade, daß mein ganzes Leben eine würdige Vorbereitung zu einem fetigen Ende werde!

Gott! der Du nach deiner gnädigen Berheißung, was