Die Einsetzung
Christen, liebe Christen! denket oft an die erwähnten Worte Jesu und an jene des h. Paulus, vorzüglich, wenn ihr zum Tische des Herrn gehet. Jesus gibt euch da wahrhaftig Sein Fleisch und Sein Blut zur Epeise und zum Tranke. Ihr empfanget da den Höchsten und Heiligsten, und mit Ihm ewiges Leben, wenn ihr würdig hingehet; ohne den Genuß dieser himmlischen Speise aber kann Niemand ewiges Leben haben. Nehmet aber diese Worte Jesu nicht in einem so rohen Verstande, wie es die Juden thaten, die Ihn verließen. Glaubet nicht, daß Jesus, da Er uns Sein Fleisch zu essen gibt, Sich von uns werde verzehren lassen, wie die wilden Völker Menschen verzehren, oder wie wir das Fleisch geschlachteter Thiere verzehren. Bei einer solchen Auslegung treffen wir den Sinn der Worte Jesu nicht. Das Fleisch nüßet nicht." Wir müssen Seine Worte nehmen, wie Er selbst sie versteht. Sein Fleisch würde uns das Leben nicht geben, wenn mit demfelben nicht die Gottheit verbunden wäre. ,, Der Geist ist es, der lebendig macht." Seine Worte sind Geist und Leben. Sein Fleisch, verbunden mit der Alles belebenden Gottheit, wird uns geistig zum ewigen Leben nähren. So wie die Kraft des natürlichen Brodes in unsern Körper übergeht, wenn wir es genießen, so geht die Kraft der Gottheit in unsere Seele, über, wenn wir Jesus genießen. Hier kommt es aber nicht auf die Klugheit des Menschen und auf den Begriff des Gegenstandes an, sondern auf die Gnade des Vaters und den Glauben an Jesus. Der Vater offenbart Sich aber nur den Demüthigen, und Jesus theilt Sich in vollem Maße nur den Demüthigen und Gläubigen mit. Christen! glaubet Jesus Worte; sie sind Worte des ewigen Lebens, und das Brod, das Er ertheilt, ist das Brod des ewigen Lebens.
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