Kranken- und Sterbegebete 2c.
der Liebe, Gott mit der Liebe meines Jesus, seiner heiligen Engel, seiner Auserwählten und Gerechten- alle Liebe meines Herzens darzubringen, und ihm Alles zu weihen, was ich in der Welt bin und habe;- zu diesem bitteren Kelche, wo mein Erlöser im Voraus, am Abende vor seinem Leiden, geheimniß voller Weise sterben wollte, mich zum Tode zu bereiten;- zu dieser Quelle des Lebens,' wo das ewige Leben Jenen gegeben wird, die dieses Geheimniß würdig empfangen, den Ursprung und die Quelle meines ewigen Heiles zu suchen.
i mein Heiland! vielleicht ist dieser Tag der letzte meines Lebens; es hängt von dir ab; wie es dir gefällig ist! Ich nehme den Tod der Zeit, Stunde und Art nach- an, wi
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es deine Vorsicht beschlossen hat; ich bringe deinem Vater im Voraus in Vereinigung mit deinem Tode ein Opfer dar. Ich betheure, daß die Welt, für welche ich sonst so eingenommen war, für mich nichts mehr ist, und daß ich sie mit Freu den verlasse, um zu meinem Gott zu gehen; daß meine Neigun gen und Begierden keineswegs für diese Erde sind, und daß von nun an alle meine Sehnsucht und mein Verlangen da hin gehen soll, ihn ewig im Himmel zu sehen und zu besißen. O mein Jesu! du hast die Schlüssel des Todes, und lassfest die Menschen jenes Todes sterben, der dir gefällig ist. Ich bitte dich inständig: Gib mir einen heiligen und vor deinem Angesichte kostbaren Tod, damit er die Angelegenheit meines Heiles besiegle! Ewiger Hoherpriester der zukünftigen Güter, der du deinem Vater unsern Tod mit dem deinigen aufopferst! ich bitte dich, wasche und reinige das Opfer, ehe du es dar bringst! Reinige meine Seele, che du sie von dieser Welt hinwegnimmst, von allen Sünden, womit sie sich in diesem Leben befleckt hat! Sie verabscheut dieselben über Alles; sie ist be trübt, voll Scham, und demüthigt sich deßhalb vor dem Herrn; ste opfert, um diese Sünden zu tilgen, deinem Vater alle Betrübniß und allen Schmerz, die du dein Leben hindurch empfunden, alle Thränen, die du vergossen, alle Seufzer, die du gethan, und alles Blut, das du bei deinem Tode für unsere Seelen vergossen hast, und noch immer auf eine geheimnißvolle Weise vergießest. O ewiger Vater! höre, ach! höre die


