Morgenandacht.
man beichtet und kommunizirt. Alle diese Ablässe können den Seelen im Fegfeuer zugeeignet werden. Pius VII. 1815, 11. Juli.
7
S. 5. Die göttlichen Tugenden.
Es ist einmal gewiß, die göttlichen Tugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe, sind das Fundament des frommen Lebens auf Erden, ja sogar des seligen Lebens im Himmel. Ohne den Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen( Hebr. 11, 6.), sagt der h. Paulus. Wer festen Glauben hat, der hoffet auch fest auf die ewigen Güter, die Gott uns verheissen hat, und vertrauet auf die Allmacht, Barmherzigkeit und Treue Gottes, und die Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden.( Röm. 5, 5.) Wer Gottes Vollkommenheiten aus dem Glauben erkennet, der wird Gott auch lieben. Habe ich die Liebe nicht, so bin ich nichts.( 1. Kor. 13. 2.) Ohne Liebe zu Gott haben. alle unsere guten Werke keinen Werth; selbst die Freude der Seligen im Himmel besteht darin, daß sie Gott lieben.
Der Christ soll also die göttlichen Zugenden oft im Leben erwecken, wenigstens Sonn- und Feiertages; und damit diese heilsame Andachtsübung ja nicht vergessen werde, so folget sie hier gleich bei den Morgengebeten, damit sie jedem beim Gebrauche dieses Gebetbuchs oft in die Augen falle.
Erweckung des Glaubens.
O mein Gott, an dich und in dich glaube ich feſt. Ich glaube, daß du bist ein purer Geist, immer gewesen bist und immer sein wirst, von Ewigkeit zu Ewigkeit, ohne Anfang und Ende, eins in der Wesenheit, unendlich gütig, weise und heilig, allmächtig, barmherzig und gerecht. Ich glaube, daß du an allen Orten gegenwärtig bist, alles erschaffen hast, alles regierest und erhältst, du Herr Himmels und der Erde! Ich glaube, daß du, mein Gott, nur einer bist in der göttlichen Natur und Wesenheit, dreifach in Personen, nämlich Gott Vater, Gott Sohn, Gott h. Geist. Ich glaube, daß du, mein Gott, ein gerechter Richter bist, das Gute mit übernatürlicher ewiger Freude und Herrlichkeit im Himmel belohnest, die Todsünde ewig in der Hölle bestrafest, die läßliche Sünde aber zeitlich im Fegfeuer. Ich glaube, daß ich von dir eine unsterbliche Seele empfangen habe, welche ein Geist und dein Eben


