Druckschrift 
Das gute Pfarrkind in seinem häuslichen und kirchlichen Umgang mit Gott, Maria und den Heiligen während des ganzen Kirchenjahres : ein vollständiges Gebeth- und Erbauungsbuch für katholische Christen und Seelsorgsgemeinden / neu hrsg. von Franz Xaverius Pircher. Mit Gutheißung des fürstbischöfl. Ordinariates zu Brixen
Entstehung
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Tägliche Andachtsübungen

Sechste Station.

Veronika reicht Jesu das Schweißtuch.

Eine einzige kleine Wohlthat empfängst du, mein Heiland! von den Menschen in deinem Leiden. Eine fromme Frau reichet dir ein Tuch, den mit Blut ver­mischten Schweiß von deinem Angesichte zu trocknen. Und selbst diese kleine Wohlthat belohnest du mit einem Wunder; du drückest das Bild deines Angesichtes in jenes Tuch. Wie vieles Gute haben mir meine Haus­genossen und Nachbarn in meiner Krankheit schon er­wiesen! Zeige ich mich wohl erkenntlich gegen sie? Betrübe ich sie nicht durch zu große Heiklichkeit und Empfindlichkeit? Bin ich damit zufrieden, und danke ich für Alles, was sie mir so liebreich thun? Ich will wenigstens von jegt an deinem Beispiele, o Jesus! nach­folgen und für den kleinsten Liebesdienst dankbar ſein. Erbarme dich meiner, o Jesu! 2c.

Siebente Station.

Jesus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuze.

Schon wieder, o mein göttlicher Heiland! fällst du entkräftet zur Erde, und anstatt Mitleid mit dir zu tragen, reißt man dich unbarmherzig vom Boden auf, und mißhandelt deinen heiligsten Leib noch dazu mit Schlägen. Wenn man mich in der Krankheit dahin und dorthin hebt, wie schonend geht man mit mir um? Wie sorgsam vermeidet man Alles, was mein Leiden vermehren könnte? O Dank sei dir, mein göttlicher Heiland! für meine lieben Freunde und unermüdlichen Wärter. Wenn ich aber auch Niemand in meiner Krankheit hätte, der sich meiner annimmt, wenn man mich bisweilen mit weniger Aufmerksamkeit behandelt, so will ich dennoch schweigen und dulden, weil ich jetzt

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