Druckschrift 
Das gute Pfarrkind in seinem häuslichen und kirchlichen Umgang mit Gott, Maria und den Heiligen während des ganzen Kirchenjahres : ein vollständiges Gebeth- und Erbauungsbuch für katholische Christen und Seelsorgsgemeinden / neu hrsg. von Franz Xaverius Pircher. Mit Gutheißung des fürstbischöfl. Ordinariates zu Brixen
Entstehung
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I.

Täglich wiederkehrende Audachten.

Liebes Pfarrkind! wie würdest du den Tag zubringen, wenn du wüßtest, daß er dein legter auf Erden sei? Du würdest ge­wiß keine Stunde desselben verlieren, dich vor der Beleidigung Gottes auf das sorgfältigste hüten, jede deiner Pflichten treu er: füllen, keine Gelegenheit, Gutes zu thun, außer Acht lassen, und durch oftmaliges Gebeth dich mit Gott, deinem künftigen Richter enge vereinigt halten. Nun weißt du aber weder Tag noch Stunde, wo du von hinnen scheiden mußt; dieser Tag kann wirklich dein letter sein. Wohlan! so bringe ihn zu, wie du den legten zu­bringen würdest. Beginne ihn sogleich mit einem andächtigen

Morgengebeth.

Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes stehe ich auf. Heilig, heilig, heilig bist du, o Herr, Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde sind deiner Herr­lichkeit voll. An dich, du ewige, unbetrügliche Wahr­heit, glaube ich; auf dich, o unendliche Güte und Barmherzigkeit, vertraue ich; dich, o mein höchstes, vollkommenstes Gut, liebe ich vom Grunde meines Herzens über Alles; und weil ich dich liebe, ist es mir herzlich leid, daß ich dich so oft und so sehr be­leidiget habe; ich nehme mir aber aufrichtig vor, dich niemals mehr bedachtsam zu beleidigen: o verzeihe mir meine Sünden, und sei mir gnädig im Leben und im Tode. Amen.

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