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Gebete für Kranke und Sterbende.
brechlichkeit und Hinfälligkeit meines leiblichen Dasehns und an die Nothwendigkeit, nach diesem kurzen Erdenleben vor deinem Richterstuhle zu erscheinen! Ja, ich erkenne, o bester Vater, in dieser Krankheit deine liebevolle Erinnerung und Mahnung, von nun an recht ernstlich für das Heil meiner armen Seele besorgt zu seyn und dafür zu sorgen, daß der innere Mensch mehr wachse, je mehr der äußere aufgerieben wird. Ich verwünsche nun alle Tage, die ich verlebt, und an welchen ich dir nicht mit Leib und Seele gebient, deinen Namen verherrlicht und deinen Willen vollzogen habe; denn jetzt erkenne ich erst recht deutlich, was Herrliches und Tröstliches die Tugend und was Verwerfliches die Sünde ist. Schenke mir, o gütigster Gott und Vater, die Gesundheit wieder, und ich gelobe dir, daß ich dich durch keine Sünde mehr beleidige, sondern dir treu dienen werde. Ist es aber dein heiliger Wille, daß ich lange leide und vielleicht diese Krankheit meinem Leben hier ein Ende macht, so gib mir die Gnade, daß ich mit Sanftmuth und Geduld alle die Leiden ertrage, die du aus unerforschlicher Weisheit über mich verhängt haft, und wenn es dein weiser Rathschluß seyn sollte, daß ich durch dieſe Krankheit das zeitliche Leben verlasse, so gib mir die Gnade, daß ich mich nach dem Beispiele beines heiligsten Sohnes gänzlich in deinen heiligen Willen ergebe und mit ihm spreche: Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe." Ich erkenne, o Bater, daß ich um meiner Sünden willen noch eine schmerzlichere Heimsuchung verdient hätte, aber du bist ewig gnädig und barmherzig und schonest noch in deinem gerechtesten und heiligsten Jungfrauenbuch II. Theil.
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