Von der Gnade des Berufes
Vormünderin, die Engel zu Beschützern, die Heiligen zu Fürsprechern erhalten. Du wurdest ein Tempel Gottes, der in dir durch seine Gnade wohnt; ein Erbe seines ewigen Neiches, worauf du das Recht und die Hoffnung für immer verloren hattest; und wurdest auf einen Weg gestellt, auf dem du mit Sicherheit dahin gelangen kannst, indem du ein Glied Jesu Christi und seiner Kirche geworden, außer der kein Heil ist; und in dieser Kirche wirst du nun erleuchtet durch das Licht des Glaubens an Jesus Christus, unterrichtet in seiner Lehre, genährt durch sein Fleisch und sein kostbares Blut, unterstützt durch seine Gnade und versehen mit allen zu deinem Heile nothwendigen Mitteln. O Gott, wie erhaben ist der Stand eines Christen!- Wenn du nun, christliche Jungfrau, noch insbesondere erwägest, daß der liebe Gott nicht schuldig war, dir diese Gnade zu erweisen, sondern daß es eine lautere Wirkung seiner Barmherzigkeit und seiner großen Güte gegen dich ist; wenn du betrachtest, daß du ohne diese göttliche Gnade niemals felig werden würdest, andrerseits wieder die vielen Millionen Menschen, welche in ungläubigen Ländern in den Finsternissen der Unwissenheit und Sünde, und wieder jene vielen Irrgläubigen, welche, obwohl getauft wie du, fern von dem wahren Glauben der katholischen Kirche, die eine Säule und Grundfeste der Wahrheit ist," im Irrthume dahinleben; wenn du dies Alles reiflich erwägest, wird sich dir wohl die Frage aufdrängen: Warum hat Gott gerade mich vor allen diesen in einem christlichen Lande und im Schooße der katholischen Kirche, in welcher ich in den göttlichen Geheimnissen und in allen zu meinem Heile nothwendigen Dingen unterrichtet worden bin, geboren und erzogen werden lassen? Wie habe ich diese Gnade verdient? Diese Fragen werden in dir die Gefühle des Dankes und inniger Liebe gegen Gott rege machen; sie werden dich ferner bestimmen, über die Verbindlichkeiten nachzudenken, welche du beim Empfange der heiligen Taufe übernommen. und wozu dein Glaube dich verpflichtet.
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