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Abendgebet am Sonntage.
Eine namenlose Rührung ergreift mein Herz, wenn ich der lieblich scheidenden Sonne nachblicke, die auch heute wieder ihre Bahn durchlaufen hat und sich nun zur Ruhe neigt, gleich dem Tage deiner Ehre und Herrlichkeit, allliebender Gott und Vater!
O, daß ich Worte fände, dir meines Herzens Dank auszudrücken für die genossene Seligkeit dieses vergangenen Tages. Doch du, Allwissender! kennst auch mein Schweigen, kennst mein Herz und verstehst seine Empfindungen für Alles, was ich heute empfangen und genossen, du kennst meine guten Vorsäge, die ich heute gefaßt habe, und wüßtest auch, wenn ich schweigen würde, was ich heute gethan, was ich unterlassen habe, wie so manche Gelegenheit zum Gutesthun ich nuklos an mir vorübergehen ließ. Und dennoch war es deine treue Vaterhand, die mich leitete, die mir so manche Belehrung, Tröstung und Erquickung zuführte. Laß mich dieß nie vergessen und mich die Wahrheit erkennen, daß mein ganzes Leben dir zum Dienste der Dankbarkeit gewidmet sein sollte. Ja, nur zu deiner Ehre, zum Wohle der Mitmenschen und zu meinem Seelenheile will ich es verwenden. Arbeiten will ich, unermüdet sein in meinem Wirkungskreise, so lange es Tag ist, und


