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Der heilige Gesang bei dem Gottesdienste in der römisch-katholischen Kirche : nebst den durch's Jahr gebräuchlichen Andachten, Gebethen und Litaneien
Entstehung
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O ihr Sünder, weichet von mir! meine Seele fomme nie wieder in euern Rath; der Herr allein fen's, dem ich hinführo diene; vielleicht möchte er alsdann die Stimme meines Weinens erhören.

Gewiß wird der Herr mein Flehen erhören, und mein Gebeth annehmen.

Alle seine Feinde müssen sich schämen, und mit Schrecken erfüllet werden; sie müssen über sich ers röthen, und eilends sich wieder zu ihm wenden.

3weiter Buß. Psalm.

Wohl denen, welchen ihre Ungerechtigkeiten vers geben, und deren Sünden zugedeckt sind! Wohl dem Menschen, welchem der Herr keine Sünden zurech: net, und in dessen Geist keine Arglist ist.

Wehe aber mir! denn weil ich viele meiner Misse­thaten verschwiegen habe; so ist dein Zorn, o Gott! wider mich entbrannt, und mein Gebein verdorret.

Jetzt rufe ich zu dir ohne Unterlaß, denn deine Hand ruhet schrecklich schwer über mir Tag und Nacht. Ich bin im tiefsten Elende, und wie von Dornen durchstochen.

D! ich muß wieder zu dir, o Gott! ich will dir alle meine Fehltritte kund thun, und keine meiner Übertretungen zu verbergen suchen. Wider mich selbst, Herr! will ich dir alles bekennen, was ich unge: rechtes begangen habe, und du wirst mir gnädig feyn, und meine Bosheit vergeben.

Wegen einer solchen Güte gegen mich wird dich jeder Heilige preißen, und jeder Sünder ermuntert werden, ebenfalls zu dir um Gnade zu beten, ehe es zu spät ist. Wenn du aber zúrnest, und deine Strafgerichte, o Herr! stets hineinbrechen, wie die Wasser der Sundfluth: dann nahet vor Furcht kein Sünder sich vor dir.