Fromme Vorsätze während der Maiandacht.
Ich will die Betrachtungen und Erwägungen sammt den Beispielen, welche in dieser Maiandacht vorkommen, auch unter dem Jahre, besonders an Samstagen, wohl beherzigen.
6. Meinen Feinden des Seelenheils, der dreifachen bösen Luft, der Augen- und Fleischeslust, der Hoffart des Lebens, dem Satan, der Welt und meinen bösen Neigungen will ich, im treuen Kampfe und im Vertrauen auf Gottes Gnade, immer widerstehen;- be sonders meine fündige Eigenliebe überwinden, woran mich jeder Glockenschlag bei den Tagesstunden erinnern soll.
7. Erfreut über das reine, mackellose Herz Mariä, der allerseligsten Jungfrau, will ich täglich vor Gott, Seiner Allgegenwart, den festen Entschluß erneuern, in feine Sünde einzuwilligen - nach jedem begangenen Fehltritt ihn sogleich zu bereuen, vor Jesu abzubitten und wieder zu verbessern, um so immer vor Gott ein reines Herz und ein gutes Gewissen zu bewahren.
8. Ich will mir das Beispiel nicht nur der allerfeligsten Jungfrau, sondern auch des heiligen Joseph, meines heiligen Namenspatrones und anderer Heiligen zur Nachahmung täglich, wochentlich, monatlich vorstellen, und selbes auf die Pflichten meines Standes, meines Berufes anzuwenden suchen, um mich ihrer mächtigen Fürbitte würdig zu machen, ihres Schutzes zu erfreuen und ihrer Herrlichkeit theilhaftig zu werden.
9. Gerührt durch das Beispiel des barmherzigen Samariters unsers Heilandes Jesu, und ermuntert durch die Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit Mariä gegen uns, will ich meinem Nächsten, auch meinem Feinde, beistehen und zu Hilfe eilen, wo und wie er es bedarf und ich vermag.
10. Voll Dank gegen Gott, gegen Jesu für die gnadenvolle Berufung zur katholischen Kirche will ich in meinem christlichen Wandel mich an die Gebote, Vorschriften, Leitung und Einrichtungen derselben treu halten, für die Oberhirten und Hirten nach den Worten des Heilandes beten und ihnen gehorsamen.
11. Als ein treuer Knecht oder treue Magd des Herrn, will ich die verliehenen Talente oder die Pflichten meines Standes und Berufes auch bei allen Beschwernissen, Hindernissen, Trübfalen und widrigen Vorfällen gewissenhaft erfüllen.
12. In frommer Verehrung Mariä, der göttlichen Mutter, will ich stets verharren, und bei ihrem Lobe mich vorzüglich auch an die Worte Jesu: ,, Sage vielmehr, selig sind die Gottes Wort hören und beobachten, und an die Worte Mariä: Thut Alles, was Jesus euch sagt," erinnern.
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