Abendbetrachtung.
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Gnade, und mir spendest Du sie schon so viele Jahre! Ach, mein Gott, wann werde ich Dir einmal würdig zu danken vermögen? Könnte ich es doch! könnte ich es jetzt zumal wo Du Deine Liebe uns in doppeltem Maße erweisest! Siehe, Vater! so vereinige ich mich denn mit jenem Danke, den heute und fortan Dir die heiligen Engel und Schutzheiligen Jener bringen, welche in diesen Tagen von Dir sind besonders begnadigt worden, und mit dem Danke dieser Glücklichen selber und aller Frommen der Erde, aber auch mit jenem Danke, den ohne Unterlaß die armen Seelen Dir bringen ob der mannigfachen Linderung ihrer Peinen. Mit solchem Danke danke ich Dir, o Gott, für alle Gnaden, die Du mir wie bisher so besonders wieder an diesem Tage geschenkt hast, für jede Wohlthat der Seele, für jeden Antrieb zum Guten, für jede Erleuchtung des Geistes, für jede andächtige Erhebung des Herzens, für jeden Schmerz der Reue, für jeden Nachlaß der Sünden und ihrer wohlverdienten Strafen, für jeden Blick Deiner Liebe, und für alles Gute, das ich nicht kenne, und das Du dennoch uns täglich verleihest!
Aber, mein Gott, was habe ich gethan, um dieser Wohlthaten mich in Etwas würdig zu machen? habe ich die dargebotene Gnade nicht selbst zurückgestoffen? habe ich sie dazu benützt, wozu Du sie mir gegeben? Habe ich sie vielleicht gar mißbraucht zu neuen Sünden? Mein Gott,


