34
III. Von den Beweggründen,
Ihn selbst aus einem Kerker befreite, und es werde ihr der gebührende Lohn für diese Wohlthat gemäß seiner allmächtigen Gutthätigkeit zur erwünschten Zeit nicht ausbleiben." Der Heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin lehrt sogar, daß Gott die guten Werke für die Abgestorbenen wohlgefälliger seien, als die für die Lebendigen, weil jene sie mehr bedürfen und nicht, wie diese, sich selbst Hülfe verschaffen können. Endlich spricht der heilige Erzbischof und Kirchenlehrer Ambrosius in sei nem Buche über die Pflichten der Geistlichen: „ Alles, was für die Abgestorbenen in einer frommen Absicht gethan wird, wird in unser eigenes Verdienst umgewandelt und wir empfangen es nach dem Tode wieder hundertfach vermehrt."
Durch die Erlösung der armen Seelen aus dem Fegfeuer befördern wir die Ehre Gottes auf die wirksamste und vollkommenste Weiſe.
In den frühern Beweggründen haben wir theils unsern eigenen Nutzen, theils den Nuten der armen Seelen berücksichtigt, um uns aufzumuntern, ihnen beizustehen: in dem gegenwärtigen wollen wir einzig nur auf die Ehre Gottes sehen. Die Endabsicht der Heiligen war bei allen ihren Handlungen immer: die größere Ehre Gottes." So lehrt uns der göttliche Heiland als erste Bitte zum Vater im Himmel beten: ,, Geheiliget werde dein


