II. Von den Peinen des Fegfeuers. 19
nach dem Kirchenrathe von Florenz die peinlichste aller Qualen ist. Niemand kann begreifen, wie groß die Leiden einer vom Leibe getrennten Seele sind, welche sich in ihrer heftigen Sehnsucht nach Gott, ihrem höchsten und einzigen Gute, allzeit als einen Gegenstand seiner strafenden Gerechtigkeit zurückgestoßen sieht. Der heilige Bischof und Ordensstifter Alphons von Liguori schreibt:„ Weit größer als die Peinen der Sinne im Fegfeuer ist die Pein, welche dort die heiligen Seelen dadurch zu ertragen haben, daß sie der Anschauung ihres Gottes beraubt sind. Weil dieselben nicht nur von natürlicher, sondern auch von übernatürlicher Liebe zu Gott entflammt sind, so werden sie so gewaltsam zur Vereinigung mit ihrem höchsten Gute hingezogen, daß sie, weil sie sich durch ihre Schuld davon zurückgehalten sehen, einen so heftigen Schmerz empfinden, daß derselbe sie jeden Augenblick zu tödten vermöchte, wenn sie sterben könnten. Deßhalb", sagt ve heilige Chrysostomus, ist diese Pein der Beraubung ihres Gottes für sie eine weit größere Qual als das Leiden der Sinne. Tausendfaches Feuer der Hölle", fügt er bei, würde ihnen keine so große Pein verursachen, als die Qual des Verlurstes Gottes."( Abhandlung vom Gebete.)
Von der Feuerpein des Fegfeuers.
Das Feuer des Reinigungsortes ist nach den heiligen Kirchenvätern von dem der Hölle


