1. Vom Begriffe
gestraft werden, die Seele jedoch so lange vom Himmel ausschließen, in welchen nichts Unreines eingeht, bis sie ihre Schuld gänzlich abgebüßt hat. Auch ist es der Ort in der andern Welt, wo schwere Sünden, für die man zwar in diesem Leben die göttliche Vergebung wieder erlangt, für selbe aber noch nicht genug Buße gethan hat, vollends gebüßt werden. Denn es ist eine Glaubenslehre, daß durch die Lossprechung von den Sünden dem büßenden Sünder die Schuld und die Höllenstrafe zwar nachgelassen werden, dafür aber eine zeitliche Strafe zurückbleibe, die entweder auf dieser Welt, oder in der andern im Fegfeuer abgetragen werden muß, bevor der Zugang zum Himmel offen sein kann. Hierüber liefert uns die heilige Schrift Beweise an Moses und David, für welche eine harte zeitliche Strafe nicht ausblieb, obschon diese großen Diener Gottes durch ihre Buße über ihre begangenen Sünden mit Gott wieder ausgesöhnt waren. Auch hat sich die Kirche darüber deutlich erklärt.
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Das Dasein des Fegfeuers wird aus dem alten Testamente bewiesen.
Schon im alten Bunde wurde an einen Reinigungsort geglaubt, was deutlich jene Stelle im zweiten Buche der Machabäer( 12, 39-45) zu erkennen gibt, wo erzählt wird, daß man nach einem Treffen bei den Gefallenen


