Am weißen Sonntage.
dasselbe zu beglücken und zu bereichern mit allen Schätzen deiner Gnade und Liebe. Heute aber schwebt ganz besonders das Andenken an diesen unvergeßlichen Tag meinem Geiste lebhaft vor; heute erinnere ich mich besonders des unschäßbaren Glückes der innigsten Vereinigung mit dir, dem Geliebten meines Herzens; heute besonders erinnere ich mich des Bundes der Treue und Liebe, den ich mit dir am heil. Tische geschlossen habe, dich, o Jesu, nimmer zu verlassen, dir treu zu bleiben bis zum letzten Lebenshauche. Ach! wie gut bist du, o Herr! und mit welcher Güte hast du mir deine Liebe zufließen lassen! Sollte es wohl möglich sein, daß ich jemals aufhören könnte, dich aus meinem ganzen Herzen zu lieben? Aber ach! ich bin schwach, sehr schwach! Darum wende ich mich neuerdings flehend zu dir, o Allerbarmer! Wenn deine Hand mich nicht hält, so falle ich; wenn deine Liebe mich nicht schützt, so bestehe ich nicht im Kampfe gegen das Böse. Laß mich durch Nichts getrennt werden von deiner Liebe! Vollende dein Werk an mir und heilige mich immer mehr und mehr! Mache mich würdig, dich noch oft zu empfangen, und verleihe mir eine solche Wachsamkeit über mich, daß ich deine Gnade nicht verliere und jederzeit werth befunden werden möge, die Vermehrung derselben durch neue Kommunionen zu erhalten. Nähre und stärke mich oft mit deinem heiligsten Leibe und Blute unter der Gestalt des Brodes während meines Lebens, damit ich Kraft erlange, den Weg glücklich bis an's Ende fortzusetzen; nähre mich aber auch ganz besonders am Ende meines Lebens mit dieser Seelenspeiſe, damit ich in deiner Gnade sterbe und zum ewigen Leben gelange! Amen.
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0. A. M. D. G.
Imprimi permittitur.
+ Petrus Josephus, Episcopus Limburgensis.


