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Abendandachten.
licher Gebrauch verdient nachgeahmt und allgemein zu werden. Wo zwei oder drei Personen in meinem Namen versammelt sind, spricht Jesus, da bin ich mitten unter ihnen. Hätte der Erlöser wohl einen stärkern Beweggrund wählen können, uns zum gemeinschaftlichen Gebete aufzumuntern? Werden wir nicht gerne jedes Geschäft, jede Unterhaltung verlassen, um ſeiner gnadenreichen Gegenwart zu genießen? Hast du gebetet, so entkleide dich eingezogen und schweigend. Beschäftige dabei deinen Geist mit guten Gedanken an Gott, an den Tod, an die Ewigkeit. Nimm das Weihwasser, und wie du dabei Morgens an das Taufwaffer dich erinnern kannst, so stelle dir Abends vor, wie man einst deinen Leichnam damit besprengen wird. Bist du bereits im Bette, so denke dir, du liegest mit Christo auf dem Kreuze. Sprich, bis du einschläfft, mit deinem heiligen Schußengel und mit Gott im Gebete. Erwachest du während der Nacht, so bete gleichfalls etwas: denn auch die Nacht ist des Herrn. Denke, wie viele Nächte Jesus schlaflos im Gebete zugebracht, wie viel er in der letzten Nacht seines Lebens gelitten, wie viel eben jetzt manche Kranke und Sterbende und die armen Seelen im Fegfeuer leiden, und bete für sie.
Univ.- Bibl.
Giessen


