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Schottland blühte, hatten seine Eltern, König Frochard und Königin Ivelina, zarte Anhänglichkeit an ihre katholische Religion, und ihr erster Wunsch war es, ihrem Kinde eine gute christliche Erziehung zu Theil werden zu lassen. Besser wohl konnten sie in dieser Beziehung für ihr Kind nicht sorgen, als wenn sie es einem heiligen Bischofe übergaben, damit derselbe in der Erziehung das vollende, was bereits durch die frommen Mutterworte der Königin Jvelina in das Kindesherz gelegt worden war. Der Name dieses vortrefflichen Bischofes, den der liebe Gott zum Werkzeuge erwählte, um in dem Königssohn den Reim zu seiner spätern Heiligkeit zu legen, ist uns leider nicht bekannt, indem die große Heiligenlegende der Bollandisten" davon keine Erwähnung macht.*)
Wohl mochte der Knabe in dem christlichen Leben außerordentliche Fortschritte gemacht haben; denn sein Jünglingsalter läßt uns ihn bereits als einen Heiligen erkennen. Gerade
in den Jahren, in welchen sonst die Welt gar bald das Herz des Jünglings erfüllt, faßte er den Entschluß die Welt zu verlassen. Und doch lag vor ihm gleichsam die Königskrone, die er nur nehmen durfte, weil er der erstgeborne Erbe der Herrschaft in Schottland war.
*) Vita sancti Wendelini confessoris, Boll m. octobr.
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