zu Gott am Morgen.
den Anfang eines neuen Daseins bezeichnen; denn jeden Tag erschafft uns Gott gleichsam auf's neue und stellt uns in den uns zugewiesenen Pflichtenkreis, damit wir dort Gutes wirken. Welch' trostvoller Gedanke! O mein Gott, von ganzer Seele danke ich Dir dafür. So will ich denn nicht die Tage verstreichen lassen in bittern Klagen über die unbenutzte Vergangenheit, sondern im Vertrauen auf die unendliche Güte und Langmuth meines himmlischen Vaters schöpfe ich frischen Muth, das wichtige Werk meines Seelenheiles heute auf's neue anzufangen. Von nun an will ich mich der Tugend befleißen, und voll Freude wandle mein Fuß auf dem Wege deiner Gebote.
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Doch das Bewußtsein meiner Schwachheit lehrt mich, nicht allzuweit in die Zukunft zu bauen; ja, ich darf es kaum wagen, für morgen Vorsätze zu machen. Ich will mich gleichsam einschließen in das Heute, nur mit diesem einen kurzen Abschnitte meines Lebens mich beschäftigen. Dieser Tag soll ganz dem Herrn geweiht sein und ganz in seinem Dienste zugebracht werden. Jeden Morgen will ich meine Vorsätze erneuern und, unbekümmert um die Zukunft, mich mit der kleinen Last begnügen, die meine schwachen Kräfte zu tragen im Stande sind. So hoffe ich, einen wohl zugebrachten Tag


