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Betrachtungen und Erhebungen
hast, sich zu Dir zu erheben und sich mit Dir in heiliger Liebe zu vereinigen, wie hat es bis jetzt deine Gaben angewendet? Ließ ich es mir angelegen sein, dasselbe mit Dir wohlgefälligen Tugenden auszuschmücken und die reine Flamme deiner heiligen Liebe in ihm zu entzünden und zu nähren?
O mein Gott, so oft ich mein Inneres durchforsche, muß ich mich verdemüthigen und vor Dir mich anklagen. Allein zu wem anders soll ich meine Zuflucht nehmen, als zu Dir, o Herr, der Du die Güte selbst bist? Du weisest ja auch jene Arbeiter, die erst in der elften Stunde in deinen Weinberg kommen, nicht zurück und erlaubst sogar dem Sünder noch, Dich Vater zu nennen. Aber gerade deine Langmuth und Barmherzigkeit läßt mich meine Undankbarkeit nur um so deutlicher erkennen. Doch von nun an will ich Dich nie mehr durch eine Sünde wissentlich oder vorsätzlich beleidigen. Hilf Du mir, daß ich nicht mehr zurückfalle.
Mit neuem Muth und Eifer will ich heute die Pflichten meines Standes erfüllen. Alle Widerwärtigkeiten, Leiden und Demüthigungen, die Du mir vielleicht im Laufe dieses Tages schicken wirst, will ich geduldig annehmen. Gib mir die Gnade, heute deinem Dienste zu leben, damit ich am Abend Dir diesen Tag als ein wohlgefälliges Opfer


